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Schwierigkeiten mit POS-Standards in Handelslogistikzentren lösen

Logistics Point of Sales in DCs Large

Da immer mehr Händler mit Ladengeschäften in den digitalen Handel einsteigen, stellen sie fest, dassVerteilzentren Bestellungen einzelner Artikel abwickeln müssen, so als würden sie aus einem Verkaufsregal genommen und an der Kasse gescannt.

Üblicherweise drehten sich die Abläufe und Systeme in Handelslogistikzentren um die Verarbeitung von Kartons, die eine große Zahl einzelner Artikel enthielten (zum Beispiel Weinflaschen). Die Kartons wurden von den Lieferanten angeliefert, im Verteilzentrum einlagert, kommissioniert und an die Geschäfte versendet, wo ihr Inhalt aufgeteilt und zum Verkauf an die Kundschaft in die Regale gelegt wurde. Point-of-Sale-Systeme (POS) (Kassen) in Geschäften waren darauf ausgelegt, die Barcodes auf diesen einzelnen Artikeln zu lesen und zu verarbeiten.

Dieselben Verteilzentren müssen jetzt, durch die Verlagerung zu mehr Online-Bestellungen und direkte Abwicklung mit der Kundschaft, die Fähigkeit besitzen, diese einzelnen Weinflaschen im Wareneingang anzunehmen, zu sortieren, zu kommissionieren und an individuelle Kunden zu versenden. Dieser Trend hat die Verteilzentren unter Druck gesetzt, ihre betrieblichen Abläufe anzupassen und zu ändern, um hohe Durchsatzraten aufrechtzuerhalten, damit die Erwartungen der Geschäfte und Endverbraucher*innen gleichermaßen erfüllt werden. 

Sich auf diese neuen Voraussetzungen einzustellen und reibungslose Abläufe zu sichern, birgt ganz neue Herausforderungen. Eines der Hauptprobleme hinter der operativen Herausforderung sind die Barcode-Spezifikationen für POS, die sich von jenen für Verteilzentren unterscheiden.

GS1-Codes haben unterschiedliche Spezifikationen für Verteilzentren und POS

Diagramm Logistik Point-of-Sales in Verteilzentren

Nehmen wir uns kurz Zeit, um die Grundlagen hinter Barcode-Spezifikationen zu verstehen, die von Händlern auf POS-Ebene sowie im Verteilzentrum verwendet werden. Die Systeme von Kassenanlagen für den Handel und Verteilzentren sind üblicherweise auf die GS1-Code-Spezifikation ausgelegt. Jedoch gibt es innerhalb der GS1-Spezifikationen feine Unterschiede. In der POS-Umgebung entsprechen Barcodes und Scansysteme den POS GS1-Spezifikationen. Dies bedeutet kleinere Barcodes mit verschiedenen Datenelementen, die von einem Menschen vor ein Barcode-Lesegerät gehalten werden können (üblicherweise ein Lesegerät, das speziell zum Lesen kleiner Codes aus kurzer Distanz entwickelt wurde). Andererseits sind die GS1-Spezifikationen im Verteilzentrum anders – sie wurden entwickelt, um die Beförderung im Zentrum zu unterstützen (den Weg auf einem Förderband durch den Betrieb bei hoher Geschwindigkeit). Die Codes sind größer und sollen überall auf dem Förderband gelesen werden. Aufgrund der Unterschiede zwischen den beiden Spezifikationen war es für Steuerungssysteme von Verteilzentren mit herkömmlichen Scansystemen schwierig, beide zu unterstützen.

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Optionen für Verteilzentren

Was ist also die beste Vorgehensweise für Verteilzentren, sich an diese neuen Voraussetzungen anzupassen? Es gibt viele Möglichkeiten, sich dieser Herausforderung anzunähern. Auf einem hohen Niveau haben Händler eine Reihe von Möglichkeiten: 1) Sie können ihre Verteilzentren mit einer Technik nachrüsten, die beide Gruppen von Code-Standards unterstützt oder 2) sie können eigene Fulfillment-Zentren schaffen, die nur Direktlieferungen zur Kundschaft von Online-Bestellungen abwickeln.

Nachrüsten bestehender Verteilzentren

Es sollte beachtet werden, dass sich betriebliche Abläufe und Anlagen, die für die Kommissionierung einzelner Artikel für Bestellungen einzelner oder mehrerer Positionen an die Verbraucher erforderlich sind, von jenen unterschieden, die für die Annahme, Lagerung und Versendung von Kartons mit Massenware für Geschäfte verwendet werden. Zusätzlich zur Anpassung der Prozesse im Hinblick auf die Erreichung der Effizienzziele sollte die zugrundeliegende Technologie (Lagermanagementsystem [WMS], Lagerungs- und Beförderungsinfrastruktur und Barcode-Lesegeräte) überprüft werden, um herauszufinden, ob sie das Handling „beförderbarer“ und „POS-basierter“ Waren unterstützt. Im Mittelpunkt des Systems stehen die Barcodes, daher sollte die Barcode-Lesetechnologie beide Arten der Code-Spezifikationen gleichzeitig unterstützen. Bildbasierte Barcode-Lesegeräte wie der Cognex DataMan 470 eignen sich perfekt für diese Situationen.

Eigene regionale Fulfillmentzentren

Wenn das Nachrüsten bestehender Verteilzentren keine realistische Option ist, könnte vielleicht die Entwicklung eigener regionaler Fulfillmentzentren, die strategisch günstig liegen und so bevorratet sind, dass die meisten Online-Bestellungen innerhalb von 1-2 Tagen bei den Kunden eintreffen, eine gute Alternative sein. Dieses Modell wurde in der Heimwerkerbranche bei einem führenden Händler erfolgreich umgesetzt. Verbraucher*innen haben durch die jedes Jahr steigende Online-Nachfrage deutlich gemacht, dass sie den Komfort der digitalen Bestellung von Artikeln zu schätzen wissen und sich freuen, zum Abholen nicht zu einem Geschäft fahren zu müssen.

Die Entscheidung zwischen diesen beiden Möglichkeiten hängt vom Volumen Ihres Online-Geschäfts und davon ab, ob sich Investitionen in Einrichtungen lohnen, die nur für die Online-Auftragskommissionierung bestimmt sind.

Beispiele von POS-Anwendungen im Verteilzentrum

Da die meisten Händler zusätzlich zum Ladengeschäft einen Online-Shop anbieten, überrascht es nicht, dass POS-bezogene Anwendungen ihren Weg in Handelslogistikzentren gefunden haben. Hier sind einige Anwendungsbeispiele, die unterstreichen, wie Prozesse angepasst werden können, damit sie den Anforderungen von (POS-bezogenen) Einzelstückbestellungen gerecht werden.

Präsentationslesen für die Lagerkommissionierung

Beispielsweise kommissioniert, sortiert und liefert Ocado, ein reiner Online-Supermarkt, täglich mehr als 1,5 Millionen Artikel direkt von seinem Lager. Um den Mengenansprüchen gerecht zu werden, muss das Bedienpersonal einzelne Artikel (mit kleineren Barcodes) aus dem Bestand schnell und genau kommissionieren, um die Bestellungen auszuführen. Solche Aktionen wären im Wesentlichen in einem stationären Supermarkt zu finden. Um das zu schaffen, errichtete das Unternehmen freihändige bildbasierte Overhead-Barcode-Lese-Stationen. Diese sollen den fehlerfreien Durchsatz ermöglichen, der zur Erfüllung der Liefererwartungen am selben oder am nächsten Tag erforderlich ist. Im Produktivitätsvergleich war die Kommissioniergeschwindigkeit mit diesem Prozess doppelt so hoch als zuvor mit herkömmlichem manuellem Scannen während der Kommissionierung.

Logistik Point-of-Sales in Verteilzentren - Ocado

Wareneingangstunnel

Ein weiteres Beispiel dafür, dass POS-bezogene Anforderungen im Verteilzentrum Einzug gehalten haben, ist dort zu finden, wo Eingangslogistikteams in der Lage sein müssen, sowohl einzelne Artikel (POS-bezogene UPC-Spezifikation) sowie Kartons und Umverpackungen (beförderbare Code-Spezifikationen) zu bearbeiten. Zudem sollten sie über ein Empfangssystem verfügen, das speziell für POS-bezogene Artikel entwickelt wurde. Es können erhebliche Durchsatz- und Effizienzsteigerungen erzielt werden, wenn ein Wareneingangstunnel mit einer äußerst flexiblen Technologie verwendet wird. Diese sollte sowohl Barcode-Spezifikationen bei hoher Geschwindigkeit lesen können – wie z. B. die bildbasierten Barcode-Lesegeräte von Cognex, die mehrere Symbologien unterstützen – über eine variable Brennweite zum Lesen von Etiketten jeder Größe verfügen und Codes auf jeder beliebigen Seite des Artikels erkennen können.

Logistik Point-of-Sales in Verteilzentren - Wareneingangstunnel

Vereinzelung von Artikeln

Lose verpackte POS-bezogene Artikel (z. B. eine Shampooflasche) treffen oft in Umkartons oder Behältern ein. Für eine schnelle Kommissionierung einzelner Artikel werden die Umkartons aufgeteilt und der jeweilige Inhalt muss eingespeist, sortiert und zur Kommissionierung gelagert werden. Für Standardsysteme, die gewohnt sind, große Codes zu lesen, die sich auf einer vorhersehbaren Achse befinden (z. B. an der Seite oder oben auf einem Karton) ist es schwierig, Codes auf diesen Arten von Artikeln, besonders jenen mit gewölbten Seiten oder Barcodes, zu befördern und zu lesen. Cognex Barcode-Lese-Systeme nehmen mehrere Bilder des Codes auf, wenn er vorbeiläuft, ungeachtet des Winkels auf dem Förderband. Wir erreichen sehr hohe Leseraten, die zur Erfüllung der Durchsatzanforderungen benötigt werden, indem wir unsere Fähigkeit nutzen, Codes aus extremen Perspektiven zu lesen (ungünstige Winkel) sowie beschädigte Codes zu dekodieren.

Logistik Point-of-Sales in Verteilzentren - Vereinzelung von Artikeln

Wer sich anpasst, bleibt konkurrenzfähig

Wie Sie sehen, wird es angesichts der Tendenz im Hinblick auf das Einkaufsverhalten für Händler, die mit diesem Modell der Onlinebestellung/direkten Abwicklung erfolgreich sein wollen, sehr wichtig werden, ihre Abläufe und Technologien sowohl an die Großhandelsverpackungen (Kartons und Paletten) als auch einzelne Produkte anzupassen, da Verbraucher*innen ansonsten in ein Ladengeschäft gehen und aus den Regalen einkaufen würden. Wer sich anpasst, wird erfolgreich sein, und wer nicht, sieht möglicherweise einer unsicheren Zukunft entgegen.

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